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Finnentrop. (ff) Nie waren sie
so wertvoll wie heute, könnte der einstimmige Tenor der
begeisterten Zuschauer lauten. Die Großmeister des
Punk`n`Roll gaben am Samstag in Finnentrop ihre wuchtige
Visitenkarte ab und über 700 Fans des deftigen Deutschrock
feierten ihre Helden aus den 80er-Jahren. Seit ihrer Reunion
im Jahre 2002 zeigen sich die Jungs um Sänger Kai Havaii
spielfreudig wie eh und je.
Die Topformation Extrabreit aus
Hagen stand bei den Lennejunkern, die damit nach der
Präsentation der amerikanischen Band „The Hooters“ im Juni,
mit den Breiten gleich die zweite Spitzenband in diesem Jahr
verpflichten konnten, ganz oben auf dem Wunschzettel. Frech,
frisch, zotiger Textwitz und eine ordentliche Portion Tempo.
Zutaten, die die Fans trotz der herrschenden Witterung beim
1005. Konzert der Breiten nicht lange kalt ließen. Und die
herrschenden Temperaturen und die damit verbundenen
Straßenverhältnisse waren wohl dann auch der Grund, warum
nicht noch mehr Zuschauer den Weg in die rockende Festhalle
fanden. „Das Wetter hat uns einen derben Strich durch die
Rechnung gemacht. Aber damit muss man bei einem Wintertermin
halt rechen“, zeigte sich Oberjunker Michael Schäfers trotz
der Zuschauerzahlen, die etwas hinter den Erwartungen
zurückblieben, überaus zufrieden mit dem friedlichen Verlauf
des Top-Events. |
Bevor Extrabreit gegen 22 Uhr
die Bühne betrat, hatten die beiden Support-acts bereits
gute Vorarbeit geleistet. Singer und Songwriter Kuersche,
der in diesem Jahr sein zehnjähriges Bühnenjubiläum feiert,
kam entgegen seinen üblichen Soloauftritten mit
Akustikgitarre, diesmal mit Schlagzeuger Carsten aus
Hannover ins verschneite Sauerland. Den Multimusikus störte
es wenig, daß er als Einheizer den Eröffnungspart übernahm.
Mit seiner virtuos, fetzig gespielten Gitarre sprang, wenn
auch anfangs verhalten, der Funke zur Fangemeinde über.
Danach sprang Angelo Vegas, der in Finnentrop erstmals mit
seinem neuen Künstlernamen Devin Roe zeichnete, auf die
Bühne und schaltete mit seinen Jungs im Getriebe der
Lautstärke schon einen Gang höher.
Als dann Kai Havaii und Stefan
Kleinkrieg, der die Band 1978 gründete, vor das johlende
Publikum traten, war das Eis gebrochen. Der charismatische
Frontmann versteht halt sein Handwerk und spielte nach
Belieben mit dem grölenden Publikum. Neue Titel vom
aktuellen Album „Frieden“ wechselten sich mit den immer
aktuellen Ohrwürmern wie „Poizisten“, „Der Präsident ist
tot“, „Hart wie Marmelade“ und „Annemarie“ ab. Dann grüßte
natürlich auch noch kurz vor dem obligatorischen Brand der
Schule der Flieger die Sonne.
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Drummer Rolf
Möller bearbeitete sein Schlagzeug derart infernal, daß er
zeitweise ans „Tier“ aus der Muppet-Show erinnerte. Die
schwarzen Jackets, die anfangs einen Hauch von Seriösität
vermittelten – „Mutter wäre stolz gewesen“ – waren schnell
abgelegt. Klatschnass verschwitzt verließen die inzwischen
ergrauten, aber noch immer taufrischen Urväter des
Deutschrock die Bühne. Bubi Hönig, Kai Havaii, Rolf Möller,
Stefan Kleinkrieg und Lars Larsson hatten richtig für ihr
Publikum malocht, und genau das lieben die Fans so an ihren
Breiten. Von wegen stille Nacht...
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